
Alles was Sie über „Onboarding“ wissen müssen
Aufgaben, Vorteile, Ziele, Grenzen, Ablauf, Beteiligte und mehr. Alles rund um Onboarding.

Jedes Jahr das gleiche Bild - Neue Azubis irren durchs Gelände. Mit diesen 8 Tipps ermöglichen Sie Ihren Auszubildenden einen optimalen Start.
Konnten Sie Ihre Lehrstellen zuletzt mit aussichtsreichen Kandidatinnen und Kandidaten besetzen? Direkt von der Schule an den Arbeitsplatz – das wird in Deutschland immer seltener, denn inzwischen studieren rund 60 Prozent eines Altersjahrgangs. Nur noch rund 510.000 junge Leute haben in 2020 eine duale Berufsausbildung direkt beim Betrieb ihrer Wahl begonnen.
Die Zahl hört sich zwar recht hoch an, aber in vielen Branchen herrscht ein Mangel an Bewerbungen – vor allem gute Auszubildende sind schwer zu finden.
Umso mehr sollten Sie sich, wenn Sie Ihre Stellen besetzen konnten, in den folgenden Monaten um einen erfolgreichen Start ins Berufsleben der jungen Auszubildenden kümmern. Dazu gehört ein Onboarding, das zu den Erwartungen der meist 16- bis 19-Jährigen passt und den Weg in eine praxisnahe Ausbildung ebnet. Ausbilden ist immer kosten- und zeitintensiv. Es schadet also nicht nur dem Image wenn es misslingt - die Nachwuchskräfte dauerhaft zu binden.
Die aktuelle „Generation Z“ gilt als hochgradig technik- und online-affin, aufgeschlossen gegenüber Neuem, als kritisch und sehr umwelt- und gesundheitsbewusst. Aber egal, wie ausgeprägt diese Eigenschaften beim Einzelnen sind: Aus der Perspektive von jugendlichen Azubis wird wahrscheinlich jedes größere Industrieunternehmen zunächst einmal unübersichtlich, befremdlich und vielleicht sogar einschüchternd wirken. Oftmals hunderte neue Kolleginnen und Kollegen, unbekannte Abläufe und Verhaltensregeln, ungeschriebene Gesetze, komplexe Anlagen, Maschinen und Werkzeuge.
Ein funktionierendes Onboarding beinhaltet daher nicht nur die Planung für den ersten Tag, sondern beginnt schon mit dem ersten Kontakt der potenziellen Azubis mit dem Unternehmen – und es endet, wenn die Azubis erfolgreich eingearbeitet sind.

Direkt nach dem Schulabschluss sind viele Jugendliche eher orientierungslos. Ein praktischer Bezug zur Arbeitswelt, zur Wirtschaft und zur Ausbildung fehlt. Der Druck, sich schnell entscheiden zu müssen, sorgt zudem dafür, dass die meisten erstmal eine Auszeit nehmen: unbeschwert reisen, Erfahrungen sammeln, sich orientieren. Oft ist das die erste „elternfreie“ Zeit. Und aus dieser Phase heraus landen die Azubis bei Ihnen.
Und wenn keiner kommt?
Manchmal endet der Ausbildungsvertrag bereits am ersten Tag. Es kommt einfach niemand – ohne Absage. Das frustriert, sollte aber nicht demotivieren.
Wenn alles klappt, klingelt es diesmal an der Pforte. Willkommen! Für viele junge Leute ist der erste Tag in einer fremden Umgebung mit unbekannten Menschen allerdings oft mit Stress verbunden. Am Vortag schlecht geschlafen, schwitzige Hände und um Fragen und schlaue Antworten verlegen – das ist ganz normal. Dem gegenüber stehen erwartungsvolle Menschen, die neugierig sind auf den Neuen oder die Neue. Während die Ausbildungsleitung professionell und locker bleibt, reagieren die anderen Mitarbeitenden vielleicht mit vorlauten Fragen oder auch mit Ignoranz.
Auch wenn Ihr Auszubildender bzw. Ihre Auszubildende schon öfter im Unternehmen war, hat er oder sie sich nicht alles eingeprägt und angesehen.
Kennenlernrunden sind unvermeidlich, aber auch gruselig für Neulinge. Vor einer Gruppe zu sprechen, ist vor allem für schüchterne Menschen unangenehm und eine ernsthafte Herausforderung.
Neben allen selbst gesammelten Infobausteinen erwarten Ihre Azubis die „offiziellen Informationen“ auf einen Blick. Dazu gehören die Inhalte der Berufsausbildung und die unternehmensinternen Regelungen.
Leitprinzipien wie ein vertrauensvolles Menschenbild, Teamwork, gemeinsame Visionen und eine konstruktive Feedbackkultur sind die Basis für eine effiziente Zusammenarbeit – und für den wirtschaftlichen Erfolg Ihres Unternehmens. Welchen Stellenwert welches Prinzip hat, wissen nur Sie. Ihre Azubis müssen das erst von Ihnen lernen – oder noch besser: persönlich erleben können.
Spannend wird es nochmal, wenn die Phase der Einarbeitung langsam zu Ende geht. Wie stehen die Azubis und das Team inzwischen zueinander? Wer sagt inzwischen offen die eigene Meinung, wer testet Grenzen aus? Wachsen bereits Revierkämpfe oder Konkurrenzdenken?
Viele Unternehmen gehen das Thema Onboarding recht stiefmütterlich an - machen Sie nicht den gleichen Fehler! Der erste gewonnene Eindruck des neuen Mitarbeitenden von Ihnen ist so wichtig! Denn es ist der erste und wichtigste Schritt zur Mitarbeiterbindung, den Sie machen können.