Was an der Reisekostenabrechnung am meisten nervt Was an der Reisekostenabrechnung am meisten nervt

Reisen, Kosten, Abrechnen

Glossar Reisekostenabrechnung

Was ist eine Reisekostenabrechnung?

Eine Reisekostenabrechnung weist alle bei einer Geschäftsreise entstandenen Kosten und Pauschalen aus. Diese können sowohl vom Unternehmen direkt bezahlt als auch vom Mitarbeiter ausgelegt und erstattet werden. Typisch für die Reisekostenabrechnung ist das Sammeln aller Belege und die genaue Aufführung des Reiseverlaufs mit Orten, Datum und Uhrzeit. Dies dient der Nachvollziehbarkeit und der korrekten Erstattung aller Mehraufwände.

Warum werden Reisekostenabrechnungen durchgeführt?

Reisekostenabrechnungen sind grundsätzlich für Unternehmen notwendig, deren Mitarbeiter außerhalb ihres gewöhnlichen Arbeitsortes eingesetzt werden. Insbesondere für Transportmittel (Taxi, Bahn, Flug, etc.) und Hotelübernachtungen entstehen dabei Kosten. Jedoch auch weitere Ausgaben, wie beispielsweise für Parken, Telefonie, Bewirtung, Währungsumtausch- & Visagebühren, kommen hinzu. Je nach Unternehmen übernehmen Mitarbeiter zunächst selbst diese Reisekosten oder der Arbeitgeber begleicht Rechnungen direkt und / oder stellt Firmenkreditkarten zur Verfügung. Dabei sind kleinere Barausgaben, wie z.B. für Taxifahrten, die der Mitarbeiter meist vorstreckt, kaum zu vermeiden. Diese müssen im Prozess der Reisekostenabrechnung erstattet werden.

Außerdem gewährt ein Großteil der Unternehmen seinen Mitarbeitern Pauschalen für Verpflegungsmehraufwände, die im Rahmen der Reisekostenabrechnung geltend gemacht werden können. Der Arbeitgeber setzt dafür entweder die gesetzlich steuerfreien Beträge oder eigene Raten an. Nach dem gleichen Prinzip gewähren viele Arbeitgeber Kilometer-Pauschalen für Fahrten mit dem privaten PKW.

Nicht nur für den Mitarbeiter ist die Reisekostenabrechnung von Bedeutung, sondern auch für das Rechnungswesen des Unternehmens. Jeder Betrag muss einem bestimmten Buchungskreis und einer Kostenstelle zugeordnet werden, sodass diese Kosten intern korrekt verrechnet werden können. Außerdem können Unternehmen, solange die Mehrwertsteuer auf den Belegen der Reisekosten ausgewiesen ist, ihr Recht auf Vorsteuerabzug geltend machen.

Wer ist an dem Abrechnungsprozess beteiligt?

Mitarbeiter: Der erste Schritt einer Reise ist stets die Buchung. Diese wird teilweise von Mitarbeitern selbst durchgeführt oder aber von Assistenten bzw. einem Reisebüro vorgenommen. In jeden Fall müssen dabei bereits die Belege (Papierform oder digital) gesammelt werden. Während der Reise muss der Mitarbeiter selbst alle Quittungen und Rechnungen aufbewahren, um schlussendlich alle Unterlagen in der Reisekostenabrechnung zusammenzutragen und seinen Reiseverlauf darzulegen.

Manager / Führungskräfte: Teilweise kommt es zu einer Prüfung durch Führungskräfte, damit diese ihr Reisebudget im Blick behalten können.

Service Center / Rechnungswesen: Bei anderen Unternehmen kommt es direkt zur Rechnungsprüfung. Diese kann intern oder auch extern durch ein Service Center erfolgen.

HR-Mitarbeiter / Entgeltdienstleister: Im nächsten Schritt muss die Reisekostenabrechnung verarbeitet und die Auszahlung angestoßen werden. Die Erstattung erfolgt entweder direkt nach der Prüfung oder aber jeweils mit der monatlichen Gehaltsabrechnung des Mitarbeiters. Die Gehaltsabrechnungsspezialisten sind hierbei gefragt auf länderspezifische Vorgaben zu achten. Beispielsweise müssen Verpflegungspauschalen und auch die Drei-Monats-Regel bei der deutschen Lohnsteuerbescheinigung berücksichtigt werden.

Wie werden die Reisekostenabrechnungen abgewickelt?

Die Abwicklung der Reisekosten kann je nach Unternehmen unterschiedlich ablaufen. Im Allgemeinen stellt der Arbeitgeber ein Erstattungsformular bereit, in dem der Mitarbeiter die Details zum Reiseverlauf und den Ausgaben einträgt. Dies kann sowohl in Papierform als auch in einer elektronischen Text- oder Tabellenform vorliegen. Die Übermittlung kann ebenso entweder in Papierform per Post oder elektronisch per Mail erfolgen. Des Weiteren nutzen einige Arbeitgeber eine Software, wie z. B. SAP Concur, die neben dem Antragsformular auch den gesamten Prüfungsprozess abbildet. Die Einführung einer solchen Software empfiehlt sich für Unternehmen mit einem hohen Reiseaufkommen pro Mitarbeiter bzw. einer größeren Anzahl von Mitarbeitern, welche administrativ einen großen Aufwand bei manueller Reisekostenabwicklung verursachen.

Erwartungen und Anforderungen an einen Abrechnungsprozess von Reisekosten

Generell gilt es Transparenz und Prozessklarheit für alle Beteiligten zu schaffen und Reiseregelungen offen zu kommunizieren. Idealerweise definieren Unternehmen eine klare Struktur in ihrer Reisekostenabrechnung und dokumentieren diese, damit Antworten auf folgende Fragen jederzeit einsehbar sind:

  • Wie sieht der Prozess allgemein aus?
  • Welche Vorgaben gibt es zum Genehmigungsprozess?
  • Was ist die aktuelle Reiserichtlinie?
  • Welche Ausnahmen gibt es?
  • Sind bestimmte Fristen einzuhalten?
  • Liegen Anforderungen bezüglich Rechnungsadresse oder Form (Papier / digital) der Belege vor?

Die Mitarbeiter erwarten von ihrem Unternehmen einfache, digitale Prozesse auch für die Reisekostenabrechnung mit möglichst wenig Aufwand in der Erfassung. Auch wünschen sie sich eine zügige Rückerstattung der Reisekosten.

Typische Herausforderungen

Die Reisekostenabrechnung fordert Mitarbeiter wie auch Unternehmen tagtäglich heraus.

Da das Sammeln und Einsenden der Papierbelege für die Mitarbeiter einen großen Aufwand bedeutet, versuchen vermehrt Arbeitgeber die „Zettelwirtschaft“ zu beenden und wollen ausschließlich digitalisierte Belege archivieren. Das Finanzamt schreibt eine Aufbewahrungsfrist von 10 Jahren vor und steht den elektronischen Belegen teilweise noch kritisch gegenüber. Die Überzeugung des Finanzamts zur Umstellung stellt somit häufig eine Herausforderung dar. Das Unternehmen muss seinen Archivierungsprozess sowie die Sicherung der Qualität der Belege zur Prüfung offenlegen. Hilfreich in diesem Prozess können standardisierte Verfahrensbeschreibungen von gängigen Softwareanbietern sein.

Eine weitere Herausforderung stellt die Kostenkontrolle dar. Es ist sicherzustellen, dass möglichst wenige Überschreitungen der Reiserichtlinie vorkommen. Dies kann mit einer systemischen Unterstützung am einfachsten gewährleistet werden. Auch die Einhaltung lokaler rechtlicher Vorschriften wird dadurch erleichtert.

Trends in der Reisekostenabrechnung

Der Trend geht aktuell dahin die Mitarbeiter von dem „Papierkram“ zu befreien und den Reisekostenabrechnungsprozess möglichst einfach und schnell zu gestalten, am besten digital. Denn genauso wie Reisebuchungen mehr und mehr über mobile Endgeräte erfolgen, ist es für Mitarbeiter ein praktischer Weg, die Reisekostenabrechnung mobil durchzuführen. Der Vorteil liegt zum einen darin, dass die Erfassung bereits während der Reise beginnen kann und zum anderen die Belege mit dem Smartphone direkt abfotografiert und der Abrechnung hinzugefügt werden können. Beispielsweise während der Bahnfahrt oder beim Warten am Flughafen erledigen die Mitarbeiter so parallel administrative Tätigkeiten. Zudem möchten Mitarbeiter ihre beruflichen Reisen genauso flexibel gestalten, wie sie dies bereits privat tun.