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Wieso Deutschland bei der WM gescheitert ist und was Personaler daraus lernen können: 4 Fehler, die Sie im Personalmanagement vermeiden sollten

Zeiten ändern sich

„Ein Spiel dauert 90 Minuten und am Ende gewinnen immer die Deutschen“. Das war einmal eine bekannte Fußballweisheit. Heute dauern Spiele aber auch mal 95 Minuten…und Deutschland scheidet in der Vorrunde einer Fußball-Weltmeisterschaft aus.

Der Verantwortliche: Jogi Löw, der Bundestrainer. Der Jogi Löw, den ich hier vor kurzem noch als Vorbild bei der Personalauswahl gelobt habe. Dazu stehe ich nach wie vor, denn von Vorbildern Unfehlbarkeit zu verlangen, wäre absurd. Ja, Jogi Löw hat Fehler gemacht. Spannend daran ist, dass es die gleichen waren, die auch viele Mittelständler im Talent Management machen.

 

4 Fehler, die Sie im Personalmanagement vermeiden sollten

Klar, Fußball und der Unternehmensalltag sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Dennoch sind Jogi Löws Aufgaben denen einer Führungskraft eines KMUs nicht unähnlich. Und damit auch die Fehler:

 

1. Selbstzufriedenheit ist der Feind des Erfolgs

Glauben in Ihrem Unternehmen auch viele, dass es einfach so weitergehen wird mit dem Erfolg? Dass man „neumodisches Chichi“ (z.B. Mobile Recruiting oder kontinuierliches Feedback) nicht braucht? Weil die Fluktuation doch niedrig ist oder die eigene Marke so stark? Und die Produkte sowieso überlegen sind, an deren Qualität die fernöstliche Konkurrenz einfach nicht rankommt? Das hat Jogi Löw auch gedacht. Ergebnis: 0:2 gegen Südkorea. Und der Weltmeister von gestern fand sich plötzlich auf dem letzten Platz wieder. Erfolg kommt und bleibt nicht von alleine. Auch nicht für Hidden Champions oder Weltmarktführer „Made in Germany“.

 

2. Trends nicht erkennen

Gerade im wettbewerbsintensiven Umfeld kann man sich drauf verlassen: War irgendwo eine bestimmte Strategie besonders erfolgreich, reagiert die Konkurrenz. Manche ahmen sie nach, andere entwickeln lieber Strategien dagegen. Das „Opfer“ dieser Bemühungen ist früher oder später der, der stur und ohne Plan B einfach weitermacht - schöne Grüße an den spanischen (und deutschen) Ballbesitzfußball. Und an Personaler, die noch nicht gemerkt haben, dass der Kampf um Talente längst nicht mehr nur über Geld, Zusatzleistungen und Markenbekanntheit geführt wird. Ohne hilfreiches Feedback, klare Perspektiven und die Möglichkeit, früh Verantwortung zu übernehmen, ist der Wettbewerb um Talente heute nicht mehr zu gewinnen. 

 

Wunsch und Wirklichkeit im Talent Management. Die ungeschönte Wahrzeit zeigt  unsere Infografik.

 

3. Verdienste der Vergangenheit mit Leistung der Gegenwart verwechseln

Ja, es ist menschlich in Erinnerungen zu schwelgen. An vergangenen Projekten, Ideen und Erfolgen zu hängen. Nicht wahrhaben zu wollen, dass die super Mitarbeiter, die doch so viel fürs Unternehmen getan haben, heute einfach nicht mehr die richtigen sind. Es hilft aber nichts. Nur die derzeitige Leistung mit den heute benötigten Kompetenzen entscheiden über Erfolg. Das kann zu unangenehmen Entscheidungen zwingen. Diese aber zu unterlassen rächt sich auf lange Sicht.

 

4. Stimmungen unterschätzen

Unternehmen sind wie Fußballmannschaften ein soziales Gebilde. Erfolgreich kann man nur gemeinsam sein. Ist die Stimmung längerfristig schlecht, können sich schnell Negativspiralen entwickeln. Missstimmung führt zu Misserfolg, dieser zu Konflikten und gegenseitigen Schuldzuweisungen - und damit zu noch größerer Missstimmung. Dies zu erkennen und dagegen vorzugehen ist eine große Herausforderung. Zu verführerisch ist es, nach einem einzelnen Positiverlebnis (sei es ein guter Workshop, eine schöne Weihnachtsfeier oder eben ein 2:1 in der Verlängerung) zu glauben, es würde sich alles von alleine lösen. Wird es nicht. Das weiß Jogi Löw jetzt auch.

 

Von anderen lernen heißt erfolgreich bleiben

In Misserfolgen liegen die größten Chancen. Denn niemand wird mehr in Frage stellen, dass sich Dinge ändern müssen. Aber anders als bei einem Fußballturnier, das eben am Ende doch „nur Fußball“ ist, können gravierende Fehlschläge im Unternehmensalltag große Konsequenzen haben. Ist die Stimmung einmal schlecht, die Arbeitgebermarke angestaubt, die Belegschaft überaltert oder der Ruf der Personalabteilung als „Verwaltungseinheit“ erstmal zementiert, wird es immer schwerer das Ruder rumzureißen. Klug ist daher, wer aus anderer Leute Fehlern lernt, ohne sie selbst machen zu müssen.

Vermeiden Sie die Fehler von Jogi Löw und kümmern Sie sich in Erfolgszeiten darum, Ihre Personalarbeit weiterzuentwickeln