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HR-PRAXIS

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Deshalb sollten Sie diesen Artikel lesen:

Haben Sie schon mal darüber nachgedacht, ob ein Roboter Ihren Job als Führungskraft übernehmen könnte? Und ob es vielleicht Dinge gibt, die ein Roboter besser kann als Sie? Was dafür und was dagegen spricht, lesen Sie in diesem Artikel.

Julia Martens

Julia Martens

(K)ein Grund zur Sorge!?

Künstliche Intelligenz im HR: Sind Roboter die besseren Führungskräfte?

Hat sich Ihr Team heute schon wieder gefragt, ob Sie gestern überhaupt nach Hause gefahren sind, da Sie morgens bereits wieder als erster im Büro sind?

Einmal in der Stunde laufen Sie im Stechschritt durch den Flur zum Kaffeeautomaten und bei jedem Klingeln Ihres Telefons nehmen Sie ganz automatisch das Headset wieder auf? Wenn Ihre Mitarbeiter Sie manchmal so beobachten, finden diese Ihr Verhalten schon fast gruselig – ist unser Chef eigentlich noch ein Mensch oder eine handelnde Maschine, fragen sich schon einige.

Sind Roboter die besseren Führungskräfte?

Haben Sie bereits darüber nachgedacht, ob Ihre Rolle als Führungskraft so weit von einem humanoiden Roboter entfernt ist oder vielleicht durch so einen zu ersetzen ist? Ich hoffe diese Überlegung schockiert Sie nicht, denn ich möchte den Gedanken noch weiterspinnen: In der Tat wäre der humanoide Roboter sogar besser als Sie: Er muss überhaupt nicht mehr nach Hause fahren. Braucht weder Kaffee- noch Zigarettenpausen, sondern lediglich ein paar Stunden Stromversorgung in der Nacht, um täglich die optimale Aufgabenverteilung im Team auszurechnen. Bei dem Chef-Roboter erwartet die Mitarbeiter ein ständig freundliches Gesicht, objektive Mitarbeiterbeurteilung und gerechte Beförderungen. Einfach ideal!


Aber stellen wir uns nun vor, wie die beiden konkurrierenden Manager in folgender Situation reagieren würden: In einem 10-köpfigen Vertriebsteam hat Max von allen die schlechteste Zielerreichung und Leistungsbeurteilung zu verbuchen. Da die Marktprognose fürs nächste Jahr weniger Aufträge verspricht, scheint es sinnvoll das Team zu verkleinern. Sowohl unser Chef-Roboter als auch unsere überarbeitete Führungskraft aus Fleisch und Blut kommen schnell zu dem gleichen Gedanken: Max muss gehen! Allerdings denkt einer von beiden noch ein paar Schritte weiter. Was wird diese Entscheidung für die Stimmung im Team bedeuten? Wer schließt den aktuellen Deal mit einem strategisch wichtigen Kunden? Und wie wird es Max wohl ergehen? Im Gegensatz zur künstlichen Intelligenz, stellt sich im Personalwesen der Mensch hinter dem Manager idealerweise auch der persönlichen Verantwortung seiner Entscheidung. Sein menschliches Einfühlungsvermögen und seine Kreativität erlauben es ihm in Richtungen zu denken, die auf den ersten Blick nicht unbedingt logisch erscheinen. Letztendlich ermöglichen jedoch genau diese, neue Antworten auf Probleme zu finden.

Künstliche Intelligenz im HR: Menschliche Eigenschaften zum Vorteil nutzen

Es gibt also noch Hoffnung für Max. Der Manager bittet ihn zum Gespräch. Max nimmt all seinen Mut zusammen und legt seine aktuell schwierige familiäre Situation dar, die ihn sehr viel Zeit und Kraft kostet. Unsere Führungskraft kann dies aus eigener Erfahrung in der Vergangenheit nur allzu gut nachvollziehen. Gemeinsam überlegen die beiden also welche Alternativen es zur Kündigung gibt und entscheiden für ihn eine Teilzeitstelle im Vertriebsinnendienst zu schaffen. Hier zeigt Max bereits nach wenigen Wochen wieder super Leistung.

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Für viele Aufgaben ist die künstliche Intelligenz tatsächlich heute schon besser geeignet als ein Mensch und kann diesen problemlos ersetzen. Laut aktuellem Stand der Wissenschaft sind davon jedoch mindestens zwei Punkte ausgeschlossen, die in unserem Beispiel deutlich werden:


Kreativität: Im Gegensatz zur Maschine, hält ein Mensch sich nie an alle Regeln. Er probiert Neues aus. Er macht Fehler. Er erfindet Dinge. Der Anstoß einer echten Innovation kommt bislang vom Menschen. Die Umsetzung kann natürlich von künstlicher Intelligenz unterstützt oder auch erst möglich gemacht werden. Die Idee dahinter ist jedoch etwas typisch Menschliches.

Empathie: Als Mensch können wir von Gefühlen und Sichtweisen anderer Personen berührt sein und uns in sie hineinversetzen. Freude, Schmerz oder Trauer eines anderen Menschen, löst in uns etwas aus, was unser Handeln sogar stärker beeinflussen kann als rationale Gedanken.


Ähneln Sie als Führungskraft der anfangs beschriebenen menschlichen Maschine? Dann wird es gar nicht mehr lange dauern, bis Ihre Aufgaben von einem effizienteren Roboter übernommen werden können. Es gibt aber einen ganz einfachen Trick dagegen zu steuern. Differenzieren Sie sich von der künstlichen Intelligenz! Sie haben einen Vorsprung, also nutzen Sie ihn auch: Schöpfen Sie Ihre menschlichen Eigenschaften der Empathie und Kreativität in Ihrem Führungsverhalten aus. Ihre Mitarbeiter werden es Ihnen sicherlich danken.

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