"Don't panic"

Besser geschützt vor Coronavirus & Co.: Unsere 10 Tipps (nicht nur) für Personaler

Die Ende 2019 neu aufgetauchte Coronavirusvariante, die inzwischen den Namen SARS-CoV-2 bekommen hat, rückt näher, auch wenn die Gefahr einer Ansteckung oder gar Lebensgefahr hier in Deutschland bisher extrem gering ist. Auch die bislang geschätzte Sterberate durch diese Virusform liegt im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Sie ist zwar wohl höher als bei der Grippe, aber die absoluten Fallzahlen sind noch gering. Zum Vergleich: Durch die Grippewelle der Jahre 2017/18 starben in Deutschland knapp 25.000 Menschen. Und durch die Grippesaison dieses Jahr kamen bereits 130 Menschen zu Tode.

Genau aus diesen guten Gründen rückt die persönliche Hygienevorsorge, sich egal vor welcher Form an Viruserkrankungen zu schützen, wieder stärker in den Mittelpunkt. Gerade die Gefahr einer Ansteckung per Tröpfchenübertragung, die direkte Verbreitung von Krankheitserregern über die Luft, kann verringert werden.

Personalabteilungen können durchaus zu den erhöhten Risikogruppen gezählt werden. Das liegt vor allem am Publikumsverkehr. Nicht nur kommen interne Mitarbeiter aus allen Bereichen regelmäßig vorbei, um Fragen zu stellen oder Formulare abzuholen. Auch Bewerber spielen hier eine wichtige Rolle. Diese werden wohl auch dann zum Gespräch kommen, wenn sie sich leicht krank fühlen. Zu groß ist die Sorge, sonst einen schlechten Eindruck zu machen oder keine zweite Chance zu bekommen.

Daher ist Achtsamkeit für Personaler keine schlechte Idee. Aber bitte begrüßen Sie den Bewerber jetzt nicht im Schutzanzug! Sinnvolle Vorsorgemaßnahmen sind alleine durch den gesunden Menschenverstand recht klar. Das ins Gedächtnis rufen einfacher und trotzdem wirksamer Maßnahmen schadet aber nie.


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Folgende 10 Tipps als gute Hygienemaßnahmen empfehlen Experten wie z. B. Günter Kampf, Professor für Hygiene und Gesundheitsmedizin an der Universität Greifswald:

1. Händewaschen: Häufiges, ausführliches (ca. 30 Sekunden) und gründliches Händewaschen verringert, dass die Krankheitserreger über die Hände ins Gesicht und somit über Mund, Nase oder Augen übertragen werden. Ein einfaches und zugleich wirkungsvolles Mittel das Ansteckungsrisiko zu verringern.

2. Nicht ins Gesicht fassen: Unbewusst fassen wir uns ca. 23 Mal pro Stunde ins Gesicht, hat eine Beobachtungsstudie herausgefunden. Aus dem oben genannten Grund sollten wir achtsam sein und auch Kollegen und Familie daran erinnern, wenn wir es sehen.

3. Händeschütteln einstellen: In asiatischen Ländern sowieso nicht üblich, ist das Vermeiden von Händeschütteln eine wirksame Vorsichtsmaßnahme. Sollten Sie sich unbewusst trotzdem per Handschlag begrüßt haben, dann gilt: Händewaschen.

4. Öffentliche Oberflächen vermeiden anzufassen: Ja, das ist schwierig, denn überall fassen wir Dinge an, die auch viele andere Personen häufig berühren. Im Durchschnitt, schätzen Experten, halten sich Coronaviren ca. 4-5 Tage auf Oberflächen - egal, um welche Art von Oberfläche es sich dabei dreht. Unser Tipp: Lieber mit einem Tuch oder auch dem Ellbogen Türen öffnen und: regelmäßig Händewaschen, z. B. direkt bei der Heimkehr oder Ankunft im Büro.

5. In die Armbeuge husten und niesen: Vermeiden Sie zum Schutz Ihrer Mitmenschen offen in den Raum oder in die Hände zu husten und zu niesen. Die Übertragungsgefahr ist hier besonders hoch. Weisen Sie gegebenenfalls Kollegen auch darauf hin.


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Quelle: Karriere-Bibel



6. Desinfektionsmittel verwenden
: Es ist nicht sinnvoll und praktikabel, immer und überall sofort Desinfektionsmittel einzusetzen. Wenn Sie jedoch eins verwenden wollen, empfiehlt Günter Kampf ein flüssiges Desinfektionsmittel, welches mindestens "begrenzt viruzid" wirkt. Dies hilft gegen Grippe- und Coronaviren, aber z. B. nicht gegen Noroviren. Unser Tipp: Spender lohnen sich am Ein- und Ausgang des Unternehmens genauso wie in der Mitte von Besprechungstischen. Das holt Desinfektion aus der verschämten Ecke und man muss nach dem Händeschütteln nicht für die Dauer des Meetings Sorge haben, sich die Augen reiben.

7. Offene Süßigkeiten und Snacks: Gerade in Büros ein Klassiker - es stehen offene Schüsseln mit Gummibärchen oder Nüssen zur Selbstbedienung herum. Wir raten dazu, diese vorerst abzuschaffen. Zu viele Hände in der gleichen Schüssel vergrößern das Ansteckungsrisiko. Und es hilft vielleicht dabei, auf die schlanke Linie zu achten. Aktuell ist doch ohnehin Fastenzeit.

8. Home-Office nutzen: Je weniger Kontakte Sie haben, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung. Daher einfach mal von zuhause arbeiten, soweit dies mit dem Arbeitgeber abgeklärt ist. Auch auf Geschäftsreisen kann man zeitweise ggf. verzichten oder diese explizit einschränken. Das ist auch im Sinne des Unternehmens, da weniger Krankheitstage immer besser sind.

9. Lieber vorsichtig sein: Auch wenn manche Unternehmen Prämien für besonders wenige Krankheitstage zahlen - bei Verdacht lieber zum Arzt gehen oder erst einmal zuhause bleiben (siehe Home-Office). Dies gilt gerade dann, wenn es in der eigenen Familie oder im Freundeskreis viele Erkrankungen gibt. Schützen Sie nicht nur sich, sondern auch andere. Und als Unternehmen sollten Sie überlegen, entsprechende Anreize vielleicht vorübergehend auszusetzen.

10. Atteste nicht persönlich überbringen: Eigentlich klar, aber wer kennt es nicht - der kranke Kollege kommt nach dem Arztbesuch schnell nochmals vorbei, um direkt das erforderliche Attest zu überbringen. Unser Tipp: Richten Sie z. B. einen Attest-Briefkasten nahe oder vor dem Eingang ein, so dass die Erkrankten nicht auf andere Mitarbeiter treffen müssen.

Zu guter Letzt wollen wir Ihnen aber noch eins ans Herz legen, was wir schon in der Überschrift geschrieben haben. Keine Panik! Derzeit gibt es wirklich keinen Grund für Hysterie. Wer die Maßnahmen oben berücksichtigt, hat schon wirklich viel getan. Und 100% Sicherheit vor allen Gefahren des Lebens gibt es ohnehin nicht.

Wir hoffen, Sie kommen gut durch diese ansteckende Zeit!