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HR-PRAXIS

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Deshalb sollten Sie diesen Artikel lesen:

Um die besten Mitarbeiter zu rekrutieren, müssen Sie besser sein als Ihr Wettbewerb. Mit eingestaubten Recruiting-Methoden sind Sie das nicht. Daher bringt Sie unser Blogartikel in Sachen Recruiting Trends 2019 auf den neusten Stand.

Iris Seithel

Iris Seithel

Recruiting Trends 2019: Das erwartet Sie im neuen Jahr!

Diese Recruiting Trends sollten Sie 2019 kennen, um im stark umkämpften Bewerbermarkt bestehen zu können

Wie jedes Jahr fragen sich zahlreiche Recruiter und Personalverantwortliche: Was wird wohl nächstes Jahr wichtig werden? Welche Trends sollte ich im Recruiting kennen und was gilt es dabei zu beachten? Wir bringen Licht ins Dunkel und haben Ihnen nachfolgend die wichtigsten Themen für das Recruiting-Jahr 2019 zusammengestellt.  

Recruiting Trend 1: Kollaboratives Recruiting

Gute Nachrichten liebe Personaler: Das Recruiting liegt zukünftig nicht mehr nur in Eurer Hand. Vielmehr dürft Ihr Euch Hilfe bei Euren Kollegen aus der Fachabteilung holen. Und damit ist nicht die reine Anwesenheit der Vorgesetzten im Vorstellungsgespräch gemeint. Eher sollten die Fachabteilungen, Führungskräfte und Teammitglieder von Anfang bis Ende stärker in den Recruiting Prozess involviert werden.

Dazu gehört zum Beispiel die enge Zusammenarbeit zwischen dem Fachbereich und dem Personaler beim Erstellen der Stellenbeschreibung. Teammitglieder wissen meist am besten, welche Aufgaben auf den Kandidaten zukommen und welche Fähigkeiten er dafür benötigt. Und auch beim Verbreiten der Ausschreibung kann auf eine Kollaboration mit den bestehenden Mitarbeitern gesetzt werden. Nutzen die bestehenden Mitarbeiter ihre Netzwerke in sozialen Medien oder persönliche Kontakte können mehr Kandidaten erreicht werden. Darüber hinaus sollten Mitarbeiter stärker in die Gespräche mit den Kandidaten involviert werden, um diesen ein möglichst realistisches Bild der zukünftigen Position zu vermitteln und Authentizität auszustrahlen. Letztendlich kann ein Mentor aus der Fachabteilung den Onboarding-Prozess erheblich unterstützen und dem neuen Mitarbeiter den Start in der Firma deutlich vereinfachen. Wie erfolgreiches Onboarding aussieht, lesen Sie übrigens hier. Sie sehen also, die Vorteile des kollaborativen Recruiting sind vielfältig.

Die vier Hauptvorteile sind:

  • Ein verbesserter Recruiting Prozess mit besseren Ergebnissen
  • Verbesserte Candidate Experience durch erhöhte Authentizität
  • Stärkere Mitarbeiterbindung durch Einbindung in wichtige Entscheidungen
  • Bessere Unternehmenskultur durch Offenheit und Einbeziehung im Recruiting Prozess

Bonus: Kostenlose Checkliste Recruiting  Punkt für Punkt besser rekrutieren und einstellen: Es erwarten Sie viele  Anstöße und Tipps, wie Sie Ihr Recruiting modern und zeitgemäß aufstellen  können und ein einfacher Vergleich, wo Sie heute mit Ihrem Recruiting stehen.

Recruiting Trend 2: Inbound Recruiting

Inbound Recruiting hat seinen Ursprung im Marketing. Hier werden Kunden, in unserem Fall die Kandidaten, mit interessanten und fachspezifischen Inhalten auf das Unternehmen aufmerksam gemacht. Konkret bedeutet dies im Recruiting, dass Fachartikel oder Vorträge zu bestimmten Themen öffentlich gemacht werden. So wird das Interesse von Spezialisten und Fachkräften auf das Unternehmen gelenkt und sie ziehen dieses als potenziellen Arbeitgeber in Betracht. Diese Methode ist zwar vergleichsweise aufwendig, doch man hebt sich damit von den Konkurrenten auf dem Bewerbermarkt ab und kann sich bei passiven Bewerbern positionieren. Wichtig ist, sich vorher über gewisse Punkte Gedanken zu machen, um einen positiven Effekt mit dem Inbound Recruiting zu erzielen. So muss klar sein, wer die Zielgruppe für die Inhalte sein soll, wie man diese Zielgruppe erreicht und welcher Content entsprechen relevant ist. Darüber hinaus muss sichergestellt sein, dass entsprechendes Know-how und Kapazität im Unternehmen vorhanden ist, um diese Art des Recruitings erfolgreich durchzuführen. Unregelmäßige Inhalte oder uninteressante Themen können nämlich auch einen negativen Effekt auf potenzielle Kandidaten haben.

Recruiting Trend 3: Netzwerke schaffen

Eigentlich weiß es jeder: Ein gutes Netzwerk, bestehend aus den richtigen Leuten, ist im Arbeitsumfeld unglaublich wichtig. Trotzdem investieren zu wenig Mitarbeiter langfristig in ein Umfeld bestehend aus Menschen mit unterschiedlichen fachlichen Backgrounds. Auch Ihr Recruiting kann maßgeblich von diesen Kontakten profitiert. Mit langfristig gepflegten Kontakten baut man sich seinen eigenen kleinen Kandidatenpool. Die heutige Arbeitswelt mit den neuen Medien macht Ihnen dieses Networking leichter denn je. Fast jede Fach- und Führungskraft ist heutzutage entweder auf XING oder LinkedIn zu finden. Falls Sie auch ein Profil dort haben, werden Sie aktiv in diesen Netzwerken. Bleiben Sie mit ehemaligen Kollegen oder Studenten, die in Ihrem Unternehmen gearbeitet haben, in Kontakt. Vernetzen Sie sich mit Menschen, die Sie auf Messen oder Fachveranstaltungen kennengelernt haben. Um dann wirklich „Networking“ zu betreiben, zeigen Sie sich in diesen sozialen Business Netzwerken. Posten Sie interessante Fachbeiträge und Studien, kommentieren Sie Beiträge und gratulieren Sie Ihren Kontakten zu neuen Positionen oder zum Geburtstag.

Wenn Sie so mit verschiedenen Menschen in Kontakt bleiben, haben Sie die Möglichkeit, diese bei einer vakanten Position im Unternehmen direkt anzusprechen. Da Sie kein Fremder für diese Person sind, wird Ihre Anfrage von einem potenziellen Kandidaten sicherlich nicht ignoriert. Auch wenn die Stelle vielleicht nicht in Frage kommt. Aber eventuell kennt ihr Kontakt jemanden, der für die Stelle eher geeignet ist. Dieses Networking bietet sich übrigens auch sehr gut in Zusammenhang mit kollaborativem Recruiting an. Bitten Sie Ihre Fachabteilung ebenfalls mit anderen Fachkräften in Kontakt zu treten. Das erweitert die Möglichkeiten für Ihr Unternehmen enorm.

Recruiting Trend 4: Individuelles Active-Sourcing

Active Sourcing an sich ist eigentlich kein Trend mehr. Seit Jahren versuchen Unternehmen vielversprechende Kandidaten über Direktansprache für ihre offenen Stellen zu begeistern. Immer wichtiger wird dabei die individuelle Ansprache des Kandidaten. Das ist allerdings bei vielen Unternehmen noch nicht der Fall. Genau diese individuelle Ansprache macht jedoch den Unterschied zwischen einer erfolgreichen Kandidatenansprache oder einer Nachricht unter vielen. Kandidaten mit bestimmten Fähigkeiten bekommen mehrmals pro Woche Nachrichten mit Stellenangeboten über XING oder LinkedIn. Wenn Sie hier mit Ihrer Nachricht nicht aus der Masse herausstechen, werden Sie bestenfalls gelesen, eine Rückmeldung werden Sie allerdings nur mit Glück erhalten. Daher ist es wichtig, individuelle Nachrichten zu verfassen und keine Massenansprache zu starten. Gehen Sie als Aufhänger auf Fakten aus dem Lebenslauf des Kandidaten ein und vermitteln Sie den Eindruck, dass Sie sich länger als 20 Sekunden mit dem Profil des Bewerbers beschäftigt haben. Vermeiden Sie zu lange Texte, vor allem, wenn Sie unwichtige Dinge beschreiben. Der potenzielle Kandidat benötigt keine 1:1 Beschreibung seiner eigenen Fähigkeiten und eine Erläuterung, wie gut diese auf die Ausschreibung passen. Und fordern Sie den Kandidaten bitte nicht auf, sich über einen Online-Link auf die entsprechende Stelle zu bewerben. Sie wollen mit dem Kandidaten in Kontakt treten und sich austauschen. Mit der Aufforderung zur Online-Bewerbung haben Sie ihn direkt verloren! Sollte seitens des Kandidaten dann trotzdem kein Interesse an der von Ihnen gebotenen Position bestehen, haben Sie mit einer individuellen Ansprache immerhin die Möglichkeit, im Kopf zu bleiben und sich langfristig mit dem Kandidaten zu vernetzen um den Kontakt aufrecht zu erhalten.

Recruiting Trend 5: Recrutainment

Wie der Name vermuten lässt, handelt es sich um eine Mischung aus Recruiting und Entertainment. Recrutainment bezeichnet den Einsatz spielerisch-simulativer, benutzerorientierter Elemente, welche zur Berufs- und Unternehmensorientierung beitragen sollen. Einfacher ausgedrückt: Es geht darum, Informationen über Ihr Unternehmen auf eine ansprechende Art und Weise zu vermitteln. Nutzen Sie Spiele, Grafiken, interaktive Animationen, Audios oder auch Filme und stellen Sie damit Ihr Unternehmen, den Arbeitsplatz und das Team möglichst authentisch dar. So beantworten Sie zugleich potentielle Fragen von Bewerbern und vermitteln einen positiven Einblick in Ihr Unternehmen. Helfen Sie beispielsweise Schulabsolventen bei der Wahl des richtigen Ausbildungsberufs, vermitteln Sie die Unternehmenskultur in Form eines Quiz oder reichern Sie die Informationen zum Ablauf des Bewerbungsprozesses mit Bildern oder Videos des zukünftigen Arbeitsplatzes an.

Klingt aufwändig? Klingt teuer? Nur auf den ersten Blick! Natürlich gilt es zunächst zu überlegen, welche Inhalte vermittelt werden sollen und diese dann kreativ umzusetzen - doch dies ist ein einmaliger Aufwand. Langfristig profitieren beide Seiten: Der Bewerber wird Ihnen Ihre Offenheit danken. Falls sich basierend auf gebotenen Informationen bestätigt, dass er zu Ihnen passt, wird er zusätzlich motiviert, sich bei Ihnen zu bewerben. Falls der „Fit“ hingegen nicht gegeben ist, stellen Bewerber und Unternehmen dies nicht erst nach der aufwändigen Bewerbung fest. Als Unternehmen profitieren Sie durch die Steigerung der Qualität der Bewerbungen und die Verringerung häufig auftretender Fragen. Recrutainment ist somit eine moderne Form der Eignungsdiagnostik und eine Win-Win-Situation für Bewerber & Recruiter.

Sie sehen also, dass auch das neue Jahr in Sachen Recruiting wieder einiges bereit hält. Gehen Sie mit der Zeit und trauen Sie sich, Neues auszuprobieren. Sie werden sehen, es lohnt sich. Ich wünsche Ihnen einen guten Start ins Recruiting-Jahr 2019!

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