junger Mann im Home-Office am Laptop

Gemeinsam einsam?

So fördern Sie den Team-Spirit bei Remote Work

Remote Work macht den Austausch mit KollegInnen nicht einfach. Es gibt aber einfache Maßnahmen, mit denen sie den Teamspirit fördern können.


Wie alle Menschen sind Mitarbeitende von Unternehmen stark geprägt durch zwischenmenschliche Beziehungen. Da wir einen Großteil unseres Lebens am Arbeitsplatz verbringen, haben KollegInnen hier oftmals einen vergleichbar großen Einfluss wie der Freundeskreis oder die Familie. Ist die Stimmung am Arbeitsplatz schlecht, wirkt sich dies nicht nur negativ auf das Wohlbefinden der Mitarbeitenden aus. Fehlt ein positiver „Teamspirit“ - also ein gewisses Gefühl von Zusammengehörigkeit – leiden auch Motivation, Leistung und die Qualität der Arbeit.

Das Bedürfnis nach Wohlbefinden ist ein angeborener Teil des menschlichen Wesens. Wir alle brauchen deswegen häufige Interaktionen mit anderen Menschen, mit denen wir auch am Arbeitsplatz eine anhaltende Bindung eingehen. Das Gefühl, dass man irgendwo hingehört und eine Funktion hat, hat starke Auswirkungen auf emotionale Muster und kognitive Prozesse. Ein Mangel dieser Bindungen verursacht seelischen Schmerz, erhöht das Stressempfinden, beeinträchtigt unsere Fähigkeiten und kann sogar dem Immunsystem schaden.

Eine exzellente Mitarbeiterführung, eine authentische Unternehmenskultur und ein gutes Arbeitsklima tragen positiv dazu bei, dass die Motivation der Mitarbeitenden aufrechterhalten und gestärkt wird. Ist ein positiver Teamspirit spürbar, profitiert am Ende auch das Unternehmen, denn motivierte Mitarbeitende leisten mehr, sind konzentrierter und arbeiten qualitativer.

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Leitfaden Remote Work

Leitfaden: Remote Work

Darauf kommt es an, wenn Sie Remote Work erfolgreich umsetzen wollen

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Auch während der Remote-Arbeit ist es wichtig, den Teamspirit zu fördern

Seit März 2020 herrscht in vielen Unternehmen der Ausnahmezustand. Die Covid-19 Pandemie greift um sich und etliche Betriebe haben ihre Standorte geschlossen, um ihre Mitarbeitenden vor Ansteckungen zu schützen. Wer die Möglichkeit hat, setzt jetzt auf die Remote-Arbeit, und bei vielen „Schreibtischtätern“, von Verwaltung über Marketing, Einkauf, Finanzen oder Personalwesen, ist die Arbeit aus dem Homeoffice auch kein grundsätzliches Problem. Zumindest, wenn technische und prozessuale Voraussetzungen gegeben sind.
Die Verlagerung des Arbeitsplatzes in die eigenen vier Wände stellt allerdings nicht nur die Unternehmensleitung selbst, sondern auch einzelne Mitarbeitende vor Herausforderungen. In erster Linie gibt es vor allem keinen persönlichen Kontakt mit den Kolleginnen und Kollegen mehr.

Alle Arbeitsvorgänge werden digital erledigt und die gewohnten Büropartner sitzen in der eigenen Wohnung irgendwo am anderen Ende der Stadt. Ein schneller Austausch oder eine Besprechung beim Kaffee zu Beginn des Arbeitstages sind so nicht mehr möglich. Der soziale Kontakt findet unter Kolleginnen und Kollegen nun ausschließlich über das Internet oder per Telefon statt. Was beim nüchternen Austausch über Projekte oder operative Fragen oft erstaunlich gut geht, ist gerade bei persönlicheren Themen und Sorgen schwieriger. Je sensibler ein Thema ist, desto mehr fehlt die Rückmeldung durch Körpersprache oder je nach Enge der Beziehung auch mal eine Umarmung.
Gleichzeitig prägen die Mitarbeitende Ängste um Existenz und das Weiterbestehen ihres Betriebes. Eventuelle Kurzarbeit schränkt die berufliche Verwirklichung ein und nach Wochen des Lockdowns und von Kontaktsperren fehlt vielen Betroffenen auch geistige Abwechslung. Hinzukommen die Unsicherheiten und die Unwissenheit über den Coronavirus, die richtige Verhaltensweisen und der fehlende Freizeitausgleich. Diese Faktoren wirken sich auch auf Ihre Mitarbeitende aus, die im Homeoffice mit all diesen Umständen weitgehend allein klar kommen müssen. Deswegen ist es umso wichtiger, den Kontakt untereinander zu fördern, um den Mitarbeitenden ein bisschen soziale Unterstützung in dieser Zeit zukommen zulassen. Zeit, etwas für den Teamspirit zu tun.

Blog_Teamspirit HomeOffice_Facts
karriere.at (Befragt wurden 600 Arbeitnehmer)

Hier unsere fünf Tipps:

1. Gute Führungskräfte bieten Mitarbeitenden auch persönliche Hilfe an!

Führungskräfte, die Ihren Mitarbeiten klare und verständliche Informationen über die aktuelle Lage zur Verfügung stellen, minimieren die Ängste bei Ihrem Personal. Wenn Sie merken, dass Mitarbeitende durch die veränderte Situation ihre Motivation verlieren oder ihr Arbeitspensum nicht mehr wie gewohnt erledigen können, ist ein persönliches Gespräch immer eine gute Möglichkeit, um die Bindung zum Unternehmen und den Teamspirit wieder herzustellen. Krisen zeigen die Unterschiede zwischen echten Führungskräften und Schönwetter-Kapitänen, die nur im Titeltragen wirklich gut sind!

2. Veranstalten Sie virtuelle Sommerparties!

Der Kontakt zu Kolleginnen und Kollegen leidet meistens unter der Arbeit im Homeoffice. Zeit, außerhalb des Tagesgeschäfts den Teamspirit aufzufrischen und die Videokonferenz-Software mal für anderes als Zahlenreporting einzusetzen.

Egal ob eine virtuelle Kaffepause, bei der Mitarbeitende an sonnigen Tagen ein gemeinsames Kaltgetränk (natürlich Alkoholfrei) auf dem Balkon genießen oder eine Unternehmensweit gezielt organisiertes gemeinsames Mittagessen. Ein wenig Musik, ein gutes Gesprächsthema und gute Laune machen aus dem gewöhnlichen Online-Meeting eine ausgelassene virtuelle Sommerparty. Und wer charismatische Vorstände oder Unternehmenslenker hat, kann auch noch einen drauf setzen, und ein virtuelles Grill-Event organisieren mit dem Vorstand als Vorgriller, wie es etwa die All for One Group oder SAP machen.

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3. Stellen Sie kleine Herausforderungen, um Mitarbeitenden neue Reize und Erfolgserlebnisse zu verschaffen

Motivierte Mitarbeitende entwickeln sich durch Erfolgserlebnisse weiter. Hieraus ziehen sie ihren Mut und ihre positive Einstellung zu ihren Aufgaben. Auch während der Corona Krise, und gerade in dieser Zeit, brauchen Mitarbeitende erfreuliche Momente, die sie aufbauen und zum Weitermachen bewegen. Eine gezielte und kreative Aufgabenstellung mit einem angeschlossenen Belohnungssystem ist genau das Richtige, um das Personal zu motivieren. Das können spielerische Aufgaben sein wie „dreht ein kreatives Team-Vorstellungsvideo ohne Euch physisch zu treffen“, praktische Aufträge wie „Postet im Intranet Eure besten Tipps für die Arbeit im Home-Office“ oder kleine „Wissens-Austausch-Sitzungen“. Die „Preise“, die etwa für die beliebtesten Beiträge ausgelobt werden, können auch symbolischer Art sein. Etwa ein Kurzportrait auf der Internet-Startseite, oder der Gewinn eines „Mitgrill-Pakets“ (siehe Punkt 2)

4. Kommunizieren! Kommunizieren! Kommunizieren!

Gerade in der Isolation der Remote-Arbeit wird zielgerichtete Unternehmenskommunikation enorm wichtig. Eine Unternehmensleitung, die vor der Coronazeit nur indirekt über die Hierarchieebenen mit den Mitarbeitern kommuniziert hat, sollte jetzt das Zusammengehörigkeitsgefühl durch neue Kommunikationsangebote stärken. Egal ob Frage & Antwort Sitzungen, ein Video-Tagebuch oder regelmäßigere All-Hands-Calls, Sichtbarkeit und eine (gefühlte) Zugänglichkeit der Führung, von deren Entscheidungen die Schicksale vieler Mitarbeitenden abhängen, ist wichtiger denn je!

So sorgen Sie dafür, dass sich alle Kolleginnen und Kollegen zusammengehörig empfinden und sich als Teil des Unternehmens fühlen und diese Zeit nicht alleine durchstehen müssen.

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Portraitfoto Tea Meiner, Gast im Podcast

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5. Stärken Sie den Teamspirit durch einen motivierenden Informationsfluss

Medien, Rundfunk und Fernsehen überhäufen Ihre Mitarbeiter mit unzähligen Informationen während der Pandemie. Viele Menschen sind damit restlos überfordert, egal ob kognitiv, emotional oder zeitlich und können die Nachrichten nur schwer in ihr Leben einordnen. Deswegen sollten Ihre Mitarbeiter von Ihnen regelmäßig über unternehmensrelevante Themen aufgeklärt werden und quasi eine „Übersetzung“ der Massenmedien in den Unternehmensalltag bekommen.

Wichtig auch: Jede gute Nachricht und positive Aussicht stärkt den Zusammenhalt und macht Mut. Jeder kann den anderen abholen und motivieren und der Teamspirit lässt ein gemeinsames Nachvorneschauen zu.

Da jedes einzelne Unternehmen derzeit abhängig von den Entscheidungen unserer Bundesregierung und der einzelnen Länder ist, ist es um so wichtiger, den Zusammenhalt im Betrieb zu fördern und die Mitarbeiter zu motivieren, während der Remote-Arbeit nicht den Kopf hängen zu lassen.

Ein gesundes Unternehmen braucht ein gutes und positiv eingestelltes Personal, das auch nach der Coronazeit wieder für den Fortbestand der Arbeit und der Umsätze sorgt. Deswegen einfach mal ausprobieren!

Unsere Arbeitswelt hat sich im letzten Jahr um 180 Grad verändert. Aber was unterscheidet Home-Office von Remote-Work, was sind Herausforderungen für Unternehmen und welche Rolle spielt der soziale Faktor in dieser neuen Arbeitswelt?

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