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HR-Leiter

HR-PRAXIS

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Deshalb sollten Sie diesen Artikel lesen:

Sie möchten wissen, wie das moderne Personalmanagement der Zukunft aussehen wird? Und welche Voraussetzungen Sie mitbringen müssen, um mit der Zeit zu gehen? Antworten darauf finden Sie in diesem Artikel.

Michael Kleine-Beckel

Michael Kleine-Beckel

Haben wir denn alles falsch gemacht?

Modernes Personalmanagement – warum sich genau JETZT der Schritt in die Zukunft lohnt!

Eigentlich ist es fast unbegreiflich, aber in ganz vielen unserer Workshops gibt es den Punkt, an dem der Satz „Warum müssen wir eigentlich irgendetwas ändern? Es läuft doch alles gut hier!“ auftaucht. Entweder direkt oder in der leidenden Fassung „Also haben wir immer alles falsch gemacht?“. Worauf dann ein sofortiger Widerspruch erwartet wird. Denn natürlich haben wir Personaler in der Vergangenheit nicht alles „falsch gemacht“. Wir haben es nur anders gemacht. Und manchmal erwische ich mich in diesen Situationen dabei, dass ich zumindest leise mit einem „Weil Du heute auch bei einer modernen Automatik im Auto kein Zwischengas mehr gibst – anders als damals in Deinem ersten Käfer.“ antworte - ganz, ganz leise ...

Modernes Personalmanagement heute und morgen

Die Zeiten im Personalwesen haben sich schlicht verändert. Was gestern noch modern war, ist heute schon überholt – dieser Binsenweisheit müssen wir Personaler uns mittlerweile stellen. Deswegen sieht modernes Personalmanagement heute anders aus. Und morgen hat es sich schon wieder verändert.

Warum? Die Antwort ist wirklich einfach. Weil die Technologie uns morgen ganz andere Möglichkeiten bietet als heute. Und weil wir nicht so tun können, als wäre Industrie 4.0 nur insoweit für uns von Belang, dass wir Mitarbeiter mit neuen Kompetenzen ausstatten müssen und HR 4.0 nur eine hypothetische Idee aus dem Elfenbeinturm irgendwelcher Universitäten oder Beratungshäuser ist.
Im Jahr 2020 werden nach Gartner Analysten voraussichtlich 26 Milliarden mehr oder weniger smarte „Dinge“ miteinander und mit uns kommunizieren – und das ist erst der Anfang. In einer Studie der Universität des Saarlandes (Smart HCM – Eine Delphi-Studie zur Zukunft der digitalen Personalarbeit) stimmen knapp 70% der befragten Experten der Aussage „Auch das HRM wird smarte Dinge (z.B. Werkzeuge) direkt für personalwirtschaftliche Zwecke (z.B. Training) anwenden“ voll oder eher zu. Und immer noch fast 50% stimmen der Aussage „HR-Daten werden zunehmend auch von tragbaren Sensoren am Mitarbeiter („Wearables“) stammen“ voll oder eher zu. Nimmt man noch die Experten dazu, welche der Aussage teilweise zustimmen, kommt man auf knappe 80%.

Big Data klopft an

Die oben beschriebenen Zahlen machen eines deutlich: Im modernen Personalmanagement werden wir ganz andere Datenmengen verarbeiten müssen, als wir es bisher kennen. Die größten Datenmengen waren die täglichen Kommt-Geht-Stempelungen der Mitarbeiter. Und ob die Abrechnung nachts 3 oder 5 Stunden lief, war uns herzlich egal – denn sie lief auf jeden Fall durch und war morgens fertig. Und nur die ganz großen Unternehmen mit 100.000 Abrechnungsfällen oder mehr wagten nach beschleunigten Abrechnungen zu fragen. Aber das wird sich ändern – wir werden ganz andere Datenmengen verarbeiten müssen, denn:

Wir sind smart

Wir werden smart sein. Unbestritten sind Datenschutz – und ja, in manchen Unternehmen auch der Betriebsrat – Stand heute noch nicht abschließend einschätzbare Einflussfaktoren, aber die Auswirkungen von smarten Technologien auf Themen wie Gesundheitsmanagement, Personaleinsatzplanung und selbst Zeitmanagement werden von Experten in überwältigender Mehrheit hervorgehoben. 

KWP-INSIDE-HR_Grafiken_Abschlussbericht-Smart-HCM1Quelle: Smart HRM - Eine Delphi-Studie zur Zukunft der digitalen Personalarbeit ("HRM 4.0"), Universität des Saarlandes

 

Durch die Veränderung des Technologieumgangs im privaten Umfeld (ja, Einzelne trauern immer noch dem Nokia 3310 hinterher, aber hey, die Welt dreht sich weiter) haben fast alle Ihre Mitarbeiter heute moderne Smartphones mit Android oder iOS Betriebssystemen. Und sie werden im Rahmen Ihres modernen Personalmanagements diese Möglichkeit nutzen, um mit den Mitarbeitern in Verbindung zu stehen oder um Mitarbeitern z.B. Informationen zu Lerninhalten zur Verfügung zu stellen. 

Wir sind Controller

Diese Aussage von einem überzeugten Personalentwickler? Noch vor kurzer Zeit hätte ich das brüsk zurückgewiesen. Aber ganz ehrlich: Wir werden über smarte Geräte ein solch unfassbares Datenvolumen erhalten, dass es schlicht kurzsichtig wäre, hiermit nicht zu arbeiten. Und schon heute haben wir Dank beispielsweise SAP HANA die Möglichkeit, diese Datenmengen schnell und transparent auszuwerten. Wir werden das tun, denn:

Wir sind Echtzeit

Ja – in Teilen werden wir uns zu einer „Echtzeit HR“ entwickeln, insbesondere im Bereich der Personaleinsatzplanung. Aber auch in Bereichen wie Corporate Learning werden wir viel stärker direkt am Problem ansetzen. Plattformen wie SAP JAM ermöglichen eine vor drei Jahren noch ungeahnte Form der Kollaboration der Kollegen miteinander, in der auch Lerninhalte online und in Echtzeit konsumiert werden können.

Wir sind digital

Die Automatisierung ist heute schon sichtbar und sie wird sich noch verstärken. Reiten Sie die Welle, statt sich ihr in den Weg zu stellen. Setzen Sie sich an die Spitze dieser Entwicklung und digitalisieren Sie nicht nur Ihre HCM Prozesse, sondern auch Ihre HCM Mannschaft. Übernehmen Sie die Verantwortung für die Technologie – viele IT Abteilungen werden für jede Unterstützung dankbar sein. 

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Quelle: Smart HRM - Eine Delphi-Studie zur Zukunft der digitalen Personalarbeit ("HRM 4.0"), Universität des Saarlandes

Wir sind trainiert

Die Digitalisierung erfordert Training. Im HR unterliegen wir an dieser Stelle einer doppelten Digitalisierung. Die Arbeitsmethoden digitalisieren sich und wir haben einen Qualifizierungsbedarf in der Digitalisierung. Hierbei sollten wir eines nicht außer Acht lassen: In modernen Unternehmen, die erfolgreicher wirtschaften als traditionelle Unternehmen, sind die digitalen Kompetenzen um 7% höher ausgeprägt als in traditionellen Unternehmen. Dagegen steht bei den Mitarbeitern allerdings auch ein 47% höherer Trainingsaufwand (Studie der Universität St. Gallen im Auftrag von TOP JOB). Diesen Trainingsaufwand mit Excel und Word zu verwalten dürfte sich – diese Anmerkung sei erlaubt – als wenig zukunftssicher erweisen. 

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Quelle: Smart HRM - Eine Delphi-Studie zur Zukunft der digitalen Personalarbeit ("HRM 4.0"), Universität des Saarlandes

Wir sind mit der Geschäftsstrategie abgestimmt

In der bereits erwähnten Studie der Universität St. Gallen wird deutlich, dass in Unternehmen mit modernem Personalmanagement die Personalstrategie stärker mit der Geschäftsstrategie abgestimmt wird, als in den sogenannten traditionellen Unternehmen. Es überrascht hierbei mehr, dass Unternehmen unabgestimmt überhaupt erfolgreich sein können…

KI ist unser Partner

Auch ich finde es immer noch ein bisschen unheimlich, wenn ich einen Chatbot nicht von einem normalen Mitarbeiter unterscheiden kann, aber ich habe mich mittlerweile daran gewöhnt. Natürlich werden wir Personaler nicht einer Maschine alleine Entscheidungen überlassen, aber das umfangreichere Liefern von Informationen, das Auswerten von Daten in Echtzeit ohne vorher monatelange kundenindividuelle Auswertungen programmieren zu müssen, der Hinweis darauf, dass eine Ausschreibung sich unbewusst vielleicht zu stark an Männer richtet, obwohl wir den Frauenanteil erhöhen wollen - all das ist Künstliche Intelligenz. Das ist nicht unheimlich, sondern einfach klasse! Und ganz nebenbei heute schon in SAP SuccessFactors und SAP HANA teilweise Realität…

Ganz ehrlich: Ich finde, wir leben in einer tollen Zeit. Nein, wir haben in der Vergangenheit nur dann etwas falsch gemacht, wenn wir in der Vergangenheit stehen geblieben sind. Machen Sie sich mit uns auf den Weg in die Zukunft und lassen Sie uns gemeinsam diese Zukunft Ihres Unternehmens mitgestalten. Wie wir Sie hierbei unterstützen, zeigen wir Ihnen gerne. 

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