Kommunikation - Positive Psychologie

Offene Kommunikation ist der Schlüssel zu einem konstruktiven Miteinander - sowohl privat als auch beruflich. Aber wie gelingt das? 

Wie schafft man es, mit seinen Mitmenschen und MitarbeiterInnen auf konstruktive Art zu kommunizieren? Die Expertin Saskia Rudolph hat einige Tipps und Erkenntnisse aus der Forschung mit dabei.

Über den Interview-Gast

Saskia Rudolph

Saskia Rudolph, Expertin für Positive Psychologie

Saskia Rudolph, Inhaberin der Spiegelneuronen GmbH und Expertin für Positive Psychologie, teilt in unserer VLog-Reihe ihre Expertise rund um das Thema "Glücksforschung" und den Zusammenhang mit der Arbeitswelt. 

Saskia Rudolph: Im vorherigen Vlog habe ich einiges über Emotionen erklärt und Empfehlungen für einen konstruktiven Umgang gegeben. Nun wollen wir uns ein konkretes Beispiel im Arbeitsalltag anschauen.

Angenommen, jemand aus Ihrem Team macht im Gespräch jedes Mal total zu, wenn Sie versuchen, Feedback zu geben und berechtigte Kritik äußern. Wie können Sie das Gespräch trotzdem gut führen und zu konstruktiven Lösungen kommen?  

Einen guten theoretischen Ansatz liefert die bekannte Bedürfnispyramide von Abraham Maslow.  

Diese bekannte Theorie besagt, dass es verschiedene Arten von Bedürfnissen gibt, die aufeinander aufbauen. Um bestimmte Bedürfnisse erfüllen zu können, müssen daher die darunter liegenden Bedürfnisse erfüllt sein. Sitzt mir also jemand gegenüber und ich komme einfach nicht an sie/ihn heran, hilft es, die einzelnen Stufen dieser Pyramide durchzugehen und auch zu kommunizieren. 

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Auf der untersten Stufe stehen all unsere physischen Bedürfnisse – also genügend Luft zum Atmen, Schlaf, Essen und Trinken. Hakt es schon dort, werden wir in persönlichen und beruflichen Gesprächen schnell nicht mehr weiterkommen – und da hakt es tatsächlich oft.  

Die nächste Stufe sind unsere Sicherheitsbedürfnisse – körperliche und seelische, wie z.B. Arbeit, ein Zuhause, der Schutz der Familie und Gesundheit. Oft ist genau das die Ebene, auf der Menschen Sorgen haben, diese aber oft nicht kommunizieren. Diese Ängste sind aber die häufigsten Gründe, warum Menschen unbewusst „dicht machen“ – weswegen wir diese Ebene im Gespräch sehr ernst nehmen sollten. 

Wenn die Stufe der Sicherheitsbedürfnisse erfüllt ist, können wir uns in die dritte Stufe wagen: Die sozialen Bedürfnisse. Also das Gefühl dazuzugehören, gegenseitige Unterstützung zu erfahren. Auch hier kommt es im Arbeitskontext oft zu Konflikten, die Grund für das verschlossene Verhalten und den Unmut des Gegenübers sind. Finden Sie es heraus. Natürlich unter Wahrung der persönlichen Grenzen.  

Sind auch auf dieser Stufe alle Bedürfnisse erfüllt, können wir uns weiter an die Spitze der Pyramide vortasten – in die Ebene der individuellen Bedürfnisse und Selbstverwirklichung und dem Streben nach Erfolg, Freiheit und Unabhängigkeit.  

Denn: sind alle Bedürfnisse erfüllt, strebt jeder Mensch danach, seine Talente, Potenziale und Kreativität zu entfalten, sich in seiner Persönlichkeit und seinen Fähigkeiten weiterzuentwickeln und sein Leben zu gestalten und ihm einen Sinn zu geben. Vielleicht fühlt sich unser Gegenüber ja in einem oder mehreren dieser Aspekte gehindert – auch das gilt es herauszufinden.  

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Wir sehen: wenn jemand in einem Gespräch „dicht“ macht, kann das unglaublich viele Ursachen haben und es gibt oft keine schnelle und einfache Klärung. Sich Zeit zu nehmen und das Problem von vielen Seiten zu betrachten – vor allem aber dem Gegenüber stets die Sicherheit zu geben, offen kommunizieren zu dürfen, führt aber fast immer zum Erfolg. Und stärkt nachhaltig das gute Miteinander und die gelingende Zusammenarbeit in der Zukunft. 

Im den nächsten Videos wird es darum gehen, wie es uns gelingt, einen achtsamen Umgang mit uns selbst, unseren Emotionen und denen anderer zu finden – und wie wir – auch in Zeiten größter Turbulenzen - abschalten können.  

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