Vertrauensarbeitszeit_Arbeitszeiterfassung Vertrauensarbeitszeit_Arbeitszeiterfassung

HR-PRAXIS

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Arbeitszeit: Bislang zeigte der Trend in Richtung Flexibilisierung, die Arbeitszeiterfassung wurde durch Vertrauensarbeitszeit ersetzt. Doch das ist laut Europäischem Gerichtshof nicht vereinbar mit der Grundrechtecharta. Was bedeutet das jetzt für Unternehmen?

Dominik Josten

Dominik Josten

Zukunft der Arbeit = Stechuhr für alle?

Vertrauensarbeitszeit adé? Neues Urteil des EuGH zur Arbeitszeiterfassung

Stechuhr, Stundenzettel, elektronische Zeiterfassung - was sich wie ein Widerspruch der modernen Arbeitswelt anhört, scheint dem Europäischen Gerichtshof genau richtig und moderner denn je. Denn in einem aktuellen Urteil hat der EuGH entschieden, dass Arbeitgeber in der EU die kompletten Arbeitszeiten ihrer Mitarbeiter dokumentieren müssen. Und nicht nur die Überstunden, wie bisher in Deutschland weit verbreitet. Geklagt hatte eine spanische Gewerkschaft gegen die Deutsche Bank und mit diesem Urteil jetzt den Prozess gewonnen.

Vertrauensarbeitszeit auf dem Prüfstand

Was heißt das für die modere Arbeitswelt? Wahrscheinlich viel, aber nicht sofort. Ein Urteil ist noch kein Gesetz. Jedoch sollten wir uns in Deutschland darauf einstellen, dass die bisher geltenden Regelungen wie Vertrauensarbeitszeit vor einer unsicheren Zukunft stehen.

Kai Göttmann_Vertrauensarbeitszeit_SAP_Fiori Zeiterfassungs-App

 KWP INSIDE HR hat schon zahllose mittelständische Unternehmen bei der Umsetzung gesetzlicher Anforderung in der Zeitwirtschaft mit SAP HCM unterstützt

 

Spätestens seit der Krise 2008 hatten viele Unternehmen die Gelegenheit ergriffen und mit meist großem Einverständnis der Mitarbeiter die vollständige Arbeitszeiterfassung abgeschafft. Oft einhergehend mit der Abgeltung der Überstunden in Form der allgemeinen Vergütung. Sprich - keine bezahlten Überstunden mehr, aber auch kein kleinteiliges Erfassen und Überwachen der Arbeitszeit, welches früher Aufwand im Personalwesen und bei den Mitarbeitern mit sich brachte. Stattdessen war der Mitarbeiter dafür verantwortlich dafür zu sorgen, dass die vereinbarte Arbeitszeit eingehalten wird. Dies hatte Vor- und Nachteile. Für viele Mitarbeiter bedeutet es mehr Flexibilität. Auch mal früher gehen zu können, um privaten Verpflichtungen nachzukommen, oder einfach den Arbeitstag zu entzerren.

Der Europäische Gerichtshofs hat nun klar gestellt, dass eine systematische Erfassung der Arbeitszeit notwendig ist. Nur so könne wirklich kontrolliert werden, ob die zulässige Arbeitszeit überschritten wird. Für den EuGH ergibt sich dies aus der Arbeitszeitrichtlinie und der Grundrechtecharta der Europäischen Union.

Unsichere Übergangsphase für Vertrauensarbeitszeit & Co.

Was sollten Unternehmen und Personaler nun konkret beachten? Nun, zunächst vor allem "Ruhe bewahren", denn das EuGH-Urteil bedeutet jetzt erst einmal Arbeit für den deutschen Gesetzgeber. Dieser muss sich an eine Überarbeitung des deutschen Arbeitsrechtes machen, etwa dem Arbeitszeitgesetz. Bis dieser Prozess abgeschlossen ist und die Änderungen wirksam werden, wird noch einiges an Zeit vergehen. Es ist heute natürlich noch nicht absehbar, wie "administrativ" die neuen Regelungen dann werden. Ob etwa eine pauschale Erklärung des Mitarbeiters, an einem Tag beispielsweise 6 Stunden gearbeitet zu haben, ausreichend sein wird. Das würde Vertrauensarbeitszeit zwar nicht dem Namen nach, aber vom Prinzip her weitgehend erhalten und nur um einen lästigen Dokumentationsprozess erweitern. Es sind aber natürlich auch strengere Regelungen denkbar. Wie diese in der Praxis aber etwa für Außendienstler oder Mitarbeiter im Home-Office aussehen könnten, ist völlig unklar.

Kai Göttmann_Zitat_Vertrauensarbeitszeit_SAP_Fiori Zeiterfassungs-App (2)

Kai Göttmann ist Sprecher der Geschäftsführung der KWP INSIDE HR GmbH, die mit einer einfachen "Stempel-App" auf Basis von SAP Fiori für SAP HCM schon heute eine praktische Lösung für schnelle Zeiterfassung anbietet

 

Sicher ist nur: Wer aktuell kurz davor steht, Vertrauensarbeitszeit einzuführen und etwa Zeitwirtschaftssysteme komplett abzuschaffen oder Verträge mit Mitarbeiter zu überarbeiten, tut vielleicht gut daran, hier erstmal auf die Bremse zu treten. Die Zeit von Zeiterfassungssystemen ist wohl doch noch nicht so schnell vorbei, wie sich das viele Unternehmen und auch etliche Mitarbeiter gewünscht hätten. 

Moderne Arbeitszeiterfassung muss kein Widerspruch sein

Angst muss man davor aber nicht haben. Längst stehen moderne, einfache und mobiltaugliche Lösungen zur Verfügung, etwa SAP HCM im schicken Fiori Design. KWP INSIDE HR als Experte mit 30 Jahren Erfahrung in Prozessen der Zeitwirtschaft berät Sie hier gerne und stellt eigene Apps, bei denen Einfachheit im Vordergrund steht, zur Verfügung. Nehmen Sie einfach Kontakt auf. 

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